Rechnen gegen Hausaufgaben Tag der Mathematik am Städtischen GymnasiumViele Schüler betraten am vergangenen Donnerstag das Städtische Gymnasium mit gemischten Gefühlen. Der Grund: Es stand den ganzen Tag Mathematik auf dem Stundenplan. Die Fachschaft Mathematik hatte zum Jahr der Mathematik einen Projekttag für die Klassen 5 bis 10 geplant, an dem sich die Schüler vielen mathematischen Problemstellungen widmen sollten. Zunächst ging es darum, die eigenen Rechenfähigkeiten in grundlegenden Bereichen unter Beweis zu stellen, bei der Addition natürlicher Zahlen, der Prozentrechung oder den Binomischen Formeln. Der Clou bei der Sache: Mit guten Leistungen konnten sich die Schüler hausaufgabenfreie Tage errechnen. Es zählte dabei aber nicht das Einzelergebnis, sondern das Ergebnis aller Schüler der Schule zusammen. Insgesamt 74,9% lautete am Ende der Durchschnitt. Beste Klasse war die 8b von Herrn Dinter mit 90,8% richtigen Lösungen. In Zusammenarbeit mit der Fachschaft Sport ging es für die Schüler anschließend in die Turnhalle, um Trefferwahrscheinlichkeiten bei Korbwürfen zu ermitteln. Dazu warf jede Klasse 40 Zehnerserien und wertete diese anschließend unter den Gesichtspunkten arithmetisches Mittel, Median und Boxplot aus. Beste Klasse war die Klasse 7a mit im Durchschnitt 4,7 Treffern pro Zehnerserie. Schwerpunkt des Tages war die Bearbeitung mathematischer Problemstellungen: Die Klassen 5 und 6 mussten beim Basteln Platonischer Körper beim Ausschneiden und Zusammenkleben entsprechender Vorlagen sehr sorgfältig sein, um beispielsweise aus einer Vorlage aus Pappe einen Fußball herzustellen. Die Jahrgangsstufen 7 und 8 führte eine mathematische Stadtrallye quer durch Olpe. Begleitet von Schülern der Oberstufe sollten die Schülergruppen herausfinden, wie viele Menschen in etwa auf dem Marktplatz in Olpe beim Public Viewing von EM und WM Platz fanden oder wie viele Pflanzen zur Beseitigung der Waldschäden durch Kyrill gekauft werden müssen. Die Jahrgangsstufen 9 und 10 lernten Phänomene der Wahrscheinlichkeitsrechung kennen. Beispielsweise untersuchten die Klassen das als „Ziegenproblem“ bekannte Phänomen der ehemaligen Fernsehshow „Geh-aufs-Ganze!“. Ein Kandidat der zwischen drei Toren wählen kann, hinter denen sich zwei Nieten (Ziegen) und ein Hauptpreis befinden, sollte seine erste Entscheidung ändern, wenn der Moderator nach dieser ersten Entscheidung signalisiert, hinter welchem Tor sich auf jeden Fall eine Ziege befindet. Die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Umwahl beträgt nicht wie vermutet 50%, sondern 66%! Die Ergebnisse dieser Schwerpunkte wurden von den Schülern in Präsentationen dargestellt. Die Mathematiklehrer werden diese bewerten und die jahrgangsbesten Arbeiten prämieren. Am Ende des Tages verließen die Schüler die Schule mit dem Eindruck, dass der Tag der Mathematik letztlich doch interessant und abwechslungsreich war, ein Schultag der anderen Art.