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Das Projekt

Eine erfolgreiche berufliche Eingliederung aller Schülerinnen und Schüler gehört zu den wichtigsten Zielen schulischer Arbeit. Schulabgänger müssen somit frühzeitig, umfassend und praxisnah auf die Berufs- und Arbeitswelt vorbereitet werden, denn auch die Unternehmen haben von ihren Bewerbern klare Vorstellungen. Um die Diskrepanz zwischen den Anforderungen der Betriebe und den Leistungsprofilen der Schulabgänger abzubauen, bedarf es des persönlichen Austauschs und der dauerhaften Kooperation zwischen Schule und Wirtschaft.
Zwischen dem Städtischen Gymnasium Olpe und derzeit rund 14 ansässigen Unternehmen werden auf diese Weise erfolgreiche Lehr- und Lernmethoden ausgetauscht. Auch Konzepte für Betriebserkundungen, -praktika und den Fachunterricht werden gemeinsam ausgearbeitet, erprobt und weiterentwickelt. Durch die Kooperation mit dem jeweiligen Unternehmen wird neben die Ausbildungsqualität der Schülerinnen und Schüler so auch die fachliche Beratung der beteiligten Lehrkräfte erhöht.
Als schriftlich fixierte Partnerschaft dient dem Städtischen Gymnasium Olpe eine motivierende Kooperationsvereinbarung mit den entsprechenden Unternehmen. Diese Vereinbarung regelt Ziele und wechselseitige Leistungen, Ansprechpartner, Projekte und Zeitrahmen der Partnerschaft genau. Neben dieser Institutionalisierung werden die Partnerschaften durch aktuelle Berichte und Informationen zu den einzelnen Projekten sowie durch regelmäßige Treffen am Städtischen Gymnasium belebt.

Ziele und Inhalte der Kooperation

Konkrete Maßnahmen/Projekte/Sponsoring

Erstes Symposium am 29. April 2009

Zum Nutzen beider Seiten
Eine enge Verzahnung von Schule und heimischer Wirtschaft soll beiden Seiten Vorteile bringen.
win ♦ Die altehrwürdige Aula des Städtischen Gymnasiums Olpe war am Mittwochabend Schauplatz des ersten Symposiums „Schule und Wirtschaft" der Bildungseinrichtung, im Licht der Kronleuchter und der kunstvollen Buntglasfenster hatte Schulleiterin Anne Elbracht Tische in Sitzgruppen aufstellen lassen und fast so etwas wie Kaffeehausatmosphäre entstehen lassen, in der sich Vertreter der heimischen Wirtschaft, Lehrkräfte, Eltern und Schüler zusammenfanden, um den 2007 begonnenen Prozess der Kooperation offiziell einzuläuten.
Am Podium saßen Janine Dietermann und Holger Köster, die seitens des Lehrerkollegiums die Koordination des Projekts übernehmen, Schulleiterin Elbracht, Manuela Demant von der Landesstiftung „Partner für Schule" sowie Rainer Fiala,
Geschäftsführender Gesellschafter der Drolshagener Firmengruppe Krah. Anne Elbracht begrüßte die Gäste und erklärte, die Schule ziele mit der Kooperation mit der heimischen Wirtschaft auf die erfolgreiche berufliche Eingliederung aller Schüler. Früher sei dies an Gymnasien überhaupt kein Thema gewesen - die Reihenfolge habe festgestanden: Gymnasium, Abitur, Studium. Doch dem sei schon lange nicht mehr so. Zum einen gingen viele Schüler nach der Mittleren Reife in eine Ausbildung, zum anderen sei es in vielen Berufen nicht unüblich, vor dem Studium erst eine entsprechende Ausbildung zu absolvieren. Daher sei die frühzeitige praxisnahe Vorbereitung auf die Berufs- und Arbeitswelt enorm wichtig. Die Schule habe 2007 erste Gespräche geführt und heute 14 heimische Unternehmen mit im Boot, „und heute soll es richtig losgehen".
Letztlich gehe es sogar um eine neue Lernkultur, führte Janine Dietermann aus. Die Stiftung solle eine dauerhafte Kooperation sichern. Ziele seien die Förderung der Basiskompetenzen der Schüler, die Vermittlung ökonomischer Bildung und die Verbesserung des Übergangs Schule/Beruf.
Als Manuela Demant Einzelheiten dazu aufführte, ließ bei vielen Zuhörern die anfängliche Euphorie nach. Verschachtelte Grafiken zeigten eine Vielzahl von meist mit kryptischen Abkürzen benannten Einrichtungen, die in den verschiedensten Nischen für Ziele der Kooperation zuständig sind. Rainer Fiala fasste zusammen: „Ich habe gerade ein Mordsregel werk gesehen. Dabei hatte ich gedacht, wir laufen einfach tos." Denn die Kooperation sei dringend notwendig.
Als die ersten Gespräche gelaufen seien, habe es stets nur geheißen, die Schule brauche die Wirtschaft. Inzwischen sei allen Beteiligten klar, dass auch umgekehrt die Wirtschaft auf die Schulen angewiesen sei. „Wir haben eine ausgezeichnete heimische Wirtschaft, es gibt jede Menge „hidden Champions“ in Sieger- und Sauerland. Leider ist bisher schon viel Zeit verschenkt worden." Die Firmen brauchten Menschen, „die nicht nur viel wissen, sondern auch soziale Kompetenz haben. Wir sind bereit, mit Herzblut und Leidenschaft daran mitzuarbeiten, aber die Initiative muss von den Schulen kommen." Am Beispiel der Unternehmensgruppe Krah stellte Fiala vor, wie vielseitig sich Kooperationen darstellen könnten - bis hin zum Auslandsaufenthalt in einem der Werke in China, Brasilien, Slowenien oder möglicherweise bald auch Indien.
Als erste Anregung aus dem Plenum kam die Frage, ob die Firmen dazu beitragen könnten, Bewerbungsgespräche realitätsnah einzuüben. Fiala sagte dies zu, wies aber darauf hin, dass sein Unternehmen viel mehr auf ein gegenseitiges Kennenlernen in einer Probezeit setze als auf das Bewerbungsgespräch.
Im Anschluss an die Eröffnungsveranstaltung nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, sich bei einem Imbiss auszutauschen und erste konkrete Ideen für Inhalte der Kooperation entstehen zu lassen.

Siegener Zeitung am 04. Mai 2009