kooperationen
Aktuelles
- Berufsorientierungsseminar in Hilchenbach
- Erstes Symposium
Das Projekt
Eine erfolgreiche berufliche Eingliederung aller Schülerinnen und Schüler gehört zu den wichtigsten Zielen schulischer Arbeit. Schulabgänger müssen somit frühzeitig, umfassend und praxisnah auf die Berufs- und Arbeitswelt vorbereitet werden, denn auch die Unternehmen haben von ihren Bewerbern klare Vorstellungen. Um die Diskrepanz zwischen den Anforderungen der Betriebe und den Leistungsprofilen der Schulabgänger abzubauen, bedarf es des persönlichen Austauschs und der dauerhaften Kooperation zwischen Schule und Wirtschaft.
Zwischen dem Städtischen Gymnasium Olpe und derzeit rund 14 ansässigen Unternehmen werden auf diese Weise erfolgreiche Lehr- und Lernmethoden ausgetauscht. Auch Konzepte für Betriebserkundungen, -praktika und den Fachunterricht werden gemeinsam ausgearbeitet, erprobt und weiterentwickelt. Durch die Kooperation mit dem jeweiligen Unternehmen wird neben die Ausbildungsqualität der Schülerinnen und Schüler so auch die fachliche Beratung der beteiligten Lehrkräfte erhöht.
Als schriftlich fixierte Partnerschaft dient dem Städtischen Gymnasium Olpe eine motivierende Kooperationsvereinbarung mit den entsprechenden Unternehmen. Diese Vereinbarung regelt Ziele und wechselseitige Leistungen, Ansprechpartner, Projekte und Zeitrahmen der Partnerschaft genau. Neben dieser Institutionalisierung werden die Partnerschaften durch aktuelle Berichte und Informationen zu den einzelnen Projekten sowie durch regelmäßige Treffen am Städtischen Gymnasium belebt.
Ziele und Inhalte der Kooperation
- Die Ziele der Kooperation bestehen darin, dass Schülerinnen und Schüler die Arbeits- und Wirtschaftswelt kennen lernen, indem ihnen eine angemessene Praxisbegegnung ermöglicht wird, um ein realistisches Bild über Arbeitsplatzbedingungen und Qualifikationsanforderungen entwickeln zu können.
- Die Schülerinnen und Schüler sollen bei ihrem Übergang von der Schule in die Berufs- und Arbeitswelt unterstützt werden. Weitere Zielsetzungen ergeben sich aus der Studien- und Berufsorientierung sowie einer wirklichkeitsnahen, handlungsorientierten ökonomischen Bildung an den Schulen.
- Das SGO und das Unternehmen entwickeln gemeinsam Kommunikationsformen und Projekte, die dazu beitragen, das Interesse der Schülerinnen und Schüler an der Wirtschafts-, Arbeits- und Berufswelt zu wecken, auszubauen und letztlich zu befriedigen. Die Unterrichtsinhalte sollen durch diese Kooperation mit den Unternehmen einen stärkeren Realitäts- und Praxisbezug erhalten und ständig weiter entwickelt werden.
- Das SGO bietet den Unternehmen die Möglichkeit Berufsbilder und Anforderungen im Rahmen des Unterrichts vorzustellen, qualifizierten Nachwuchs zu finden und Imagefördernd in der Region zu agieren.
- Das Unternehmen soll dazu beitragen, dass den Schülerinnen und Schülern in den verschiedenen Jahrgangs- und Entwicklungsstufen und in unterschiedlichen Fächern die Anforderungen der Wirtschaft im Allgemeinen und auch speziell in NRW begegnen.
- Das Unternehmen erhält einen direkten Überblick über die Bildungs- und Schulpolitik in NRW, sowie über die kommunale Schulsituation vor Ort.
- Das Unternehmen hilft dem SGO seine Lern- und Arbeitsbedingungen, d.h. seine schulische Ausstattung über die verfügbaren städtischen Mittel hinaus zu verbessern.
Konkrete Maßnahmen/Projekte/Sponsoring
- Das Unternehmen erhält die Gelegenheit im Rahmen des Unterrichts bestimmte Berufsbilder vorzustellen und damit zukünftige, potentielle Nachwuchskräfte direkt anzusprechen.
- Das SGO und die Unternehmen kooperieren nach ihren jeweiligen Möglichkeiten auf der Basis gemeinsam geplanter und durchgeführter Unterrichtsprojekte.
- Bei Bedarf stellt das Unternehmen im Rahmen seiner Möglichkeiten Betriebspraktikaplätze zur Verfügung.
- SGO und Unternehmen bilden einen gemeinsamen Kompetenzpool und unterstützen sich gegenseitig durch ihr jeweils vorhandenes Know-How.
- Im Sinne eines „Social Sponsoring“ unterstützt das Unternehmen das SGO bei der Umsetzung ihrer im Schulprogramm verankerten Zielsetzungen durch ein gezieltes Sponsoring (etwaige mögliche Formen: einmalige Geld- oder Sachspende / jährliche Zuwendung / finanzielle Beteiligung an einem Projekt der Schulentwicklung / u.a.).
- Das SGO verpflichtet sich in geeigneter Weise (gem.§99 SchLG NRW) auf das „Social Sponsoring“ des Unternehmens hinzuweisen (Homepage; Schuljahrbuch; Tafel der Kooperationspartner im Forum; etc.)
Erstes Symposium am 29. April 2009
Zum Nutzen beider Seiten
Eine enge Verzahnung von Schule und heimischer Wirtschaft soll beiden Seiten Vorteile bringen.
win ♦ Die altehrwürdige Aula des Städtischen Gymnasiums Olpe war am Mittwochabend Schauplatz des ersten Symposiums „Schule und Wirtschaft" der Bildungseinrichtung, im Licht der Kronleuchter und der kunstvollen Buntglasfenster hatte Schulleiterin Anne Elbracht Tische in Sitzgruppen aufstellen lassen und fast so etwas wie Kaffeehausatmosphäre entstehen lassen, in der sich Vertreter der heimischen Wirtschaft, Lehrkräfte, Eltern und Schüler zusammenfanden, um den 2007 begonnenen Prozess der Kooperation offiziell einzuläuten.
Am Podium saßen Janine Dietermann und Holger Köster, die seitens des Lehrerkollegiums die Koordination des Projekts übernehmen, Schulleiterin Elbracht, Manuela Demant von der Landesstiftung „Partner für Schule" sowie Rainer Fiala,
Geschäftsführender Gesellschafter der Drolshagener Firmengruppe Krah. Anne Elbracht begrüßte die Gäste und erklärte, die Schule ziele mit der Kooperation mit der heimischen Wirtschaft auf die erfolgreiche berufliche Eingliederung aller Schüler. Früher sei dies an Gymnasien überhaupt kein Thema gewesen - die Reihenfolge habe festgestanden: Gymnasium, Abitur, Studium. Doch dem sei schon lange nicht mehr so. Zum einen gingen viele Schüler nach der Mittleren Reife in eine Ausbildung, zum anderen sei es in vielen Berufen nicht unüblich, vor dem Studium erst eine entsprechende Ausbildung zu absolvieren. Daher sei die frühzeitige praxisnahe Vorbereitung auf die Berufs- und Arbeitswelt enorm wichtig. Die Schule habe 2007 erste Gespräche geführt und heute 14 heimische Unternehmen mit im Boot, „und heute soll es richtig losgehen".
Letztlich gehe es sogar um eine neue Lernkultur, führte Janine Dietermann aus. Die Stiftung solle eine dauerhafte Kooperation sichern. Ziele seien die Förderung der Basiskompetenzen der Schüler, die Vermittlung ökonomischer Bildung und die Verbesserung des Übergangs Schule/Beruf.
Als Manuela Demant Einzelheiten dazu aufführte, ließ bei vielen Zuhörern die anfängliche Euphorie nach. Verschachtelte Grafiken zeigten eine Vielzahl von meist mit kryptischen Abkürzen benannten Einrichtungen, die in den verschiedensten Nischen für Ziele der Kooperation zuständig sind. Rainer Fiala fasste zusammen: „Ich habe gerade ein Mordsregel werk gesehen. Dabei hatte ich gedacht, wir laufen einfach tos." Denn die Kooperation sei dringend notwendig.
Als die ersten Gespräche gelaufen seien, habe es stets nur geheißen, die Schule brauche die Wirtschaft. Inzwischen sei allen Beteiligten klar, dass auch umgekehrt die Wirtschaft auf die Schulen angewiesen sei. „Wir haben eine ausgezeichnete heimische Wirtschaft, es gibt jede Menge „hidden Champions“ in Sieger- und Sauerland. Leider ist bisher schon viel Zeit verschenkt worden." Die Firmen brauchten Menschen, „die nicht nur viel wissen, sondern auch soziale Kompetenz haben. Wir sind bereit, mit Herzblut und Leidenschaft daran mitzuarbeiten, aber die Initiative muss von den Schulen kommen." Am Beispiel der Unternehmensgruppe Krah stellte Fiala vor, wie vielseitig sich Kooperationen darstellen könnten - bis hin zum Auslandsaufenthalt in einem der Werke in China, Brasilien, Slowenien oder möglicherweise bald auch Indien.
Als erste Anregung aus dem Plenum kam die Frage, ob die Firmen dazu beitragen könnten, Bewerbungsgespräche realitätsnah einzuüben. Fiala sagte dies zu, wies aber darauf hin, dass sein Unternehmen viel mehr auf ein gegenseitiges Kennenlernen in einer Probezeit setze als auf das Bewerbungsgespräch.
Im Anschluss an die Eröffnungsveranstaltung nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, sich bei einem Imbiss auszutauschen und erste konkrete Ideen für Inhalte der Kooperation entstehen zu lassen.
Siegener Zeitung am 04. Mai 2009

